DIE SCHLANGE UND DER MESSIAS

12.10.2026


In der hebräischen Sprache stehen die Buchstaben auch für Zahlen. Das bedeutet, dass jeder Buchstabe einen Zahlenwert hat. Die Zahlen werden auch in Buchstaben ausgedrückt. So steht der Buchstabe A (Aleph) für die 1, B (Beth) für die 2, C (Gimel) für die 3, D (Daleth) für die 4 usw. Im modernen Israel ist man allerding dazu übergegangen, die hebräischen Buchstaben-Zahlen durch die arabischen Zahlen zu ersetzen. In der Bibel jedoch, besonders im Alten Testament, ist die Gematria (ein hermeneutisches System oder jüdische Buchstabengelehrsamkeit genannt, bei dem Buchstaben Zahlen gleichgesetzt werden – und hier handelt es sich ausdrücklich nicht um esoterisch-okkulte Numerologie oder Kabbala!) ein unabdingbares Instrument, welches zum besseren Verständnis der Wege des Gottes Israels führt(e).

Die Gematria ist eine tiefgründige und sehr alte Wissenschaft für sich, aber schon in den seichteren Ebenen ist sie für westliche Christen eine aufschlussreiche Hilfe, um gewisse Dinge im geistlichen Zusammenhang besser begreifen zu können.

So lesen wir z. B. im 1. Buch Mose (Genesis) von der Schlange im Garten in Eden, im Osten: "Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HERR gemacht hatte…" (Genesis 3:1). Wie diese Geschichte ausging wissen wir Christen wahrscheinlich sehr gut.

Welches Wort aber steht denn dort im hebräischen Originaltext für "Schlange"? Es ist das Wort נָחָשׁ (Nachasch, im Hebräischen gelesen von rechts nach links). Wir wissen bereits, dass die hebräische Gematria jedem Buchstaben einen Zahlenwert zuordnet. Der Name der Schlange (Nachasch) besteht aus drei Konsonanten:

N (Nun, נָ) – CH (Chet, חָ) – Sch (Shin, שׁ)

Die Zahlenwerte sind wie folgt: Nun, נָ – 50 / Chet, 8 – חָ / Shin, 300 – שׁ

Wenn wir nun diese Zahlen zusammenrechnen, ergibt sich die Summe 358.

So weit, so gut, aber jetzt kommt die Frage auf, was das Ganze denn aussagen will?

Nur Geduld, wir sehen uns gleich das nächste Wort an:

Der Gesalbte Gottes, der einzig wahre und alleinige Sohn Gottes ist: Jesus Christus. Das Wort Christus (griechisch Χριστός, Christos) wird im Hebräischen mit dem Wort Mashiach – מָּשִׁיחַ (Messias) bezeichnet. Auch hier wenden wir jetzt die hebräische Gematria an:

מָּ (M, Mem, 40), ש (Sch, Shin, 300), י (J, Jod, 10), ח (Ch, Chet, 8).

Und wenn wir jetzt obige Zahlen zusammenrechnen, kommen wir – wahrscheinlich zu unserem großen Erstaunen – auch wieder auf die Zahl 358!

Das Wort "Schlange" נָחָשׁ (Nachasch) und das Wort "Messias" מָּשִׁיחַ (Mashiach) haben also in der hebräischen (Bibel-und Bild-)Sprache den gleichen Zahlenwert, nämlich 358!

Wenn nun in der hebräischen Gematria zwei oder mehrere Wörter den gleichen Zahlenwert haben, nennt man das eine Gematria-Äquivalenz oder Gematria-Gleichheit. Dies bedeutet nun im traditionellen jüdischen Denken, dass zwischen diesen Wörtern eine tiefe, z. T. verborgene und wichtige spirituelle Verbindung herrscht oder eine wesensgleiche Identität besteht. Um über dieses Phänomen zu schreiben, würden mehrere Bücher nicht reichen. Wir wollen uns aber hier auf diese zwei oben genannten Wörter "Schlange" und "Messias" beschränken – und das auch nur wieder in einem winzigen Bereich, denn allein schon eine sorgfältige Ausarbeitung der spirituellen Bedeutung dieser zwei zum Vergleich gezogenen Wörter würde ein Buch füllen.

In der jüdischen Gematria-Wissenschaft stellen diese beiden Wörter eines der bekanntesten und tiefgründigsten Geheimnisse bzw. Diskrepanzen (oder Absurditäten) dar. Man könnte jetzt viel über den jüdisch-mystischen Zusammenhang schreiben. Doch eines wollen wir gleich feststellen und auch nachdrücklich und ausdrücklich erwähnen: Wir wissen, wer mit der Schlange in Eden gemeint ist, nämlich Satan, der Teufel, die alte Schlange, wie er im Buch der Offenbarung 12:9 und 20:2 u. a. genannt wird. Wir wissen auch, dass der einzig wahre Messias, Jesus Christus, der Sohn Gottes und Gott selbst ist, wie es die Bibel in verschiedenen Schriftstellen auch bezeugt (u. a. Johannes 20:28). Und wir wissen, dass diese beiden Persönlichkeiten nichts, aber auch gar nichts gemeinsam haben, sondern sich diametral entgegengesetzt stehen. Man kann es gleichsetzen mit Licht und Dunkel, Heiligkeit und Sünde und eben – Gott und Teufel.

Dennoch haben diese beiden Wörter, "Schlange" und "Messias" einen gemeinsamen gematrischen Wert. Wir werden uns, wie oben schon erwähnt, auf einen winzigen Teilbereich dieses Phänomens konzentrieren. Dieser kleine Sektor soll die Endphase der Endphase betreffen, eine Periode, die zwar nur von kurzer Dauer, dafür aber von einer sehr schwerwiegenden Tragweite sein wird.

In der Bibel, im Buch der Offenbarung 13:12 lesen wir:

"Und es [das zweite Tier, der falsche Prophet] verführt die, welche auf der Erde wohnen, durch die Zeichen, die vor dem Tier [der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, welcher heutzutage als der Antichrist bezeichnet wird] zu tun ihm gegeben sind, und es sagt denen, die auf der Erde wohnen, dass sie dem Tier, das die Wunde von dem Schwert hat und am Leben geblieben ist, ein Bild machen sollen."

Jesus Christus warnt uns im Matthäus-Evangelium 24:24:

"Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen."

Diese beiden Schriftstellen bringen genau das auf den Punkt, um was es hier in dieser Ausarbeitung gehen soll: Die Verführung.

Wie ist es möglich, dass man verführt wird? Es gibt zwei Wege: Man erkennt die Verführung und steigt bewusst und entschieden auf diese ein, oder man ist unvorsichtig, unwissend und leichtfertig und erliegt "aus Versehen" der Verführung.

Fast die ganze Christenheit bezeichnet den in naher Zukunft zu erwartenden Menschen der Sünde, den Sohn des Verderbens, als "Anti-Christ". Dies steht so, wie wir oben an den beiden o. g. Bibelstellen gesehen haben, nicht der Heiligen Schrift.

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Thessalonicher 2:3 auch über den "Menschen der Sünde", jedoch nicht wörtlich von einem "Anti-Christen":

"Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens…"

Der Apostel Johannes schreibt zwar von einem (und sogar mehreren) "Anti-Christen" in seinem ersten sowie in seinem zweiten Brief, meint jedoch damit nicht spezifisch den "Menschen der Sünde" oder den "Sohn des Verderbens", wie er in unseren Tagen, am Ende des Zeitalters, erwartet wird und den Jesus Christus mit dem Hauch Seines Mundes beseitigen wird, wie es im zweiten Thessalonicher 2:8 von Paulus beschrieben wird.

Um den Bogen wieder zur Gematria und der Zahl 358, zur Schlange und zum Messias zu führen, sehen wir uns zuletzt noch kurz den von Johannes in seinen Briefen erwähnten "Anti-Christen" an. Dazu müssen wir wieder die griechische Sprache zu Rate ziehen, da ja das Neue Testament in griechischer Schrift verfasst wurde.

Das Wort "Anti" (ἀντί) hat nicht nur eine Bedeutung, sondern zwei – und dem Umstand muss man unbedingt eine hohe Bedeutung beimessen!

Zum einen bedeutet das griechische Wort "Anti": gegen, gegenüber, entgegen.

Zum anderen bedeutet es aber auch: "anstelle von" – und das sollte die für uns wichtigere, weil viel gefährlichere, Variante sein!

Wenn etwas dem Original täuschend ähnlich ist und so klingt wie das Original und so lautetet und so handelt wie das Original und imitierend echt so wandelt wie das Original wandelt oder gewandelt ist, dann kann man von einer Täuschung reden – und wenn es täuschend echt scheint, dann kann man das Imitat auch als "anstelle von" für das Original halten. Und wenn man denkt, ja davon überzeugt ist, dass das Imitat das Original ist und das Imitat anstelle des Originals dann für das Original hält bzw. annimmt und dessen Anforderungen gehorsam ist, dann kann das, wie wir aus der Bibel wissen (Offenbarung 13:12, 16-17), zu einer fatalen Fehlentscheidung führen, für die es kein Zurück, kein Erbarmen und keine Gnade mehr gibt (Offenbarung 14:9-11, 19:20, 20:10).

Diese hier beschriebene Gematria-Äquivalenz der Zahl 358 der biblischen Wörter "Schlange" und "Messias" kann uns u. a. also dringend darauf hinweisen, dass wir unsere Augen offenhalten, nüchtern und wach bleiben und Gott jederzeit bitten müssen, dass Er unsere Herzen rein macht und unsere Geister festigt (Psalm 51:12) im Heiligen Geist, so dass wir nicht der Versuchung erliegen und letztendlich verführt werden und die falsche Entscheidung treffen.

Wir dürfen den Teufel, der ehemals als Engel Luzifer (Jesaja 14:12, King James Bible) vor Gott stand, als ein schützender (die Schlachter 2000 als auch die King James Bible schreibt von einem "gesalbten") Cherub und von Gott selbst als "Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommender Schönheit" bezeichnet wurde (Hesekiel 28), niemals unterschätzen! Ja, Satan, der gefallene Cherub, wurde von Jesus Christus besiegt, dennoch warnt Petrus vor ihm nachdrücklich in seinem ersten Brief, im Kapitel 5, in den Versen 8 bis 9: "Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht, fest im Glauben…"

Wir können dem Teufel nur mit der kompletten Waffenrüstung (Epheser 6) widerstehen, denn die vollkommene Weisheit Luzifers ist korrumpiert zu einer brillant-tödlichen Schlauheit, die wir nur dann erkennen können, wenn wir in der Herrlichkeit des Heiligen Geistes wandeln!

So lasst uns, ein jeder für sich selbst, in Furcht und mit Zittern unsere Errettung verwirklichen (Philipper 2:12) und der Heiligung nachjagen, ohne die niemand den Herrn sehen wird (Hebräer 12:14).

So werden wir die kommende Schlange nicht für den Messias halten, uns nicht vor ihm beugen und somit auch nicht ins ewige Verderben rennen!

Shalom!


Dietmar Reichenberger, www.IMJC.world

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